Hunde stammen von Urahnen des Wolfes ab, dies ist ein unbestrittener Fakt.  Nichtsdestotrotz sind Hunde heute keine Wölfe mehr! Wolfsverhalten mit Hundeverhalten zu vergleichen wäre in etwa wie Äpfel und Birnen zu vergleichen - im Besonderen da die bisherigen Studien von Wölfen aus der Gefangenschaft (!!) und keineswegs an frei lebenden Wölfen durchgeführt wurden.

Hunde leben seit Jahrtausenden mit den Menschen zusammen. Neuere Studien mit hochmodernen Verfahren lassen heute die Annahme zu, dass der Hund sogar noch länger als wie bisher angenommen „auf den Mensch gekommen“ ist.

Wir sehen demzufolge den Hund an, als das was er ist: in erster Linie einfach als Hund - egal von welcher Rasse oder Mischung abstammend - er wird als Individuum betrachtet, mit eigener Persönlichkeit, Neigungen und Abneigungen, Talenten. Wer durch die „Rassenbrille“ guckt steht sich selber im Weg: Wir schauen genau hin, wir nehmen den Hund in seinem Ganzen, mit seinen Vorlieben,   und ganz individuellen Bedürfnissen wahr!

Wir lehnen die Worte „Dominanz“ und „Alpha“ sowie „Hauruck-Techniken“, wie z.B. Leinenrucks (auch Leinenimpulse genannt) im Mensch-Hund-Verband, im modernen Hundetraining ab. Wir fördern, stützen und festigen den Hund im erwünschten Verhalten, seine Kooperation mit dem Menschen, unerwünschtes Verhalten wird wird nicht ignoriert, sondern wohl überlegt tierschonend und effizient bearbeitet.


Hunde müssen heute so viel, hündisches Verhalten ist nichts anderes als die Anpassung an die Lebensbedingungen, in welchen der Hund lebt. Unsere Hunde brauchen deshalb unsere Unterstützung, wenn es ihnen gut gehen soll - im mitunter schwierigen und immer schwierig werdenden Umfeld der Menschen...


Wir orientieren uns deshalb in der Ausbildung und im alltäglichen Umgang mit dem Hund an den Grundlagen der positiven Verstärkung. Unerwünschtes Verhalten ignorieren wir nicht, sondern bearbeiten es effektiv und effizient mit tierschonenden Ausbildungsmethoden.

Wir setzen zur Kommunikation und zur Informationsvermittlung mit dem Hund so genannte Markersignale (z.B. Clicker, Markerwort, etc.) ein. - Die positive Verstärkung führt zu einem Verständnis für das Wesen Hund, wie es mit anderen Mitteln nie zu erreichen ist.

Möchte man alle Möglichkeiten dieser Lernform ausschöpfen, so ist das sich intensive Auseinandersetzen mit den Bedürfnissen des individuellen Hundes unerlässlich. Dies ist um vielfaches anstrengender und anspruchsvoller als lediglich ein paar Regeln zur Rangreduktion zu anzuwenden („ich gehe vor dir aus der Türe“, „ich esse vor dir“, „ich bin dein Rudelführer“, etc.), den Hund stimmlich zu unterdrücken und/oder körperlich zu attackieren.
Der Lohn aber für diese Mühe, das sich bewusst machen dieser Bedürfnisse, ist eine Hund-Mensch-Beziehung voller Vertrauen und Sicherheit!


Positive Verstärkung bedeutet nicht:

  1. Keine Grenzen setzen

  2. Belohnung nur über Futter oder Spielzeug

  3. Unerwünschtes Verhalten ignorieren

  4. Den Hund verwöhnen

  5. Den Hund vermenschlichen

Positive Verstärkung bedeutet:

  1. Konzentration auf erwünschtes Verhalten

  2. Erkennen von individuellen Bedürfnissen

  3. Nutzen von vielfältigen Alltagsbelohnungen

  4. Den Hund fordern und fördern - ein Hundeleben lang

  5. Unerwünschtes Verhalten verhindern und unterbrechen - ohne den Hund dabei zu bedrängen, zu bedrohen, zu erschrecken und/oder zu ängstigen!


Unabhängig ob es sich um Aufgaben wie das Apportieren, um Vermeidung problematischen Verhaltens, wie das Stellen und Verbellen von Joggern oder um aggressives Verhalten geht:


Positive Verstärkung ist für uns das Mittel der Wahl, um schnell, effizient und sicher zu zuverlässigen  Resultaten zu kommen: weil der Hund lernt, dem Menschen zu vertrauen, mit diesem zusammen zu arbeiten - und nicht, diesen zu meiden!


Demzufolge lehnen wir den Einsatz von:

  1. Würge- / Kettenhalsbänder

  2. Wurfketten und andere Wurfgegenstände

  3. schmerzzufügende „Erziehungshilfen“,

  4. schreckzufügende „Erziehungshilfen“

  5. das Anbrüllen des Hundes

  6. das auf den Rücken legen des Hundes

  7. das am Nackenfell schütteln des Hundes

  8. etc.

ab. Entsprechende Hilfsmittel sind während unserer Aktivitäten mit dem Hund und in unseren Kursen nicht zugelassen.


So wie wir mit dem Hund einen respektvollen, ressourcenorientierten und unterstützenden Umgang pflegen, pflegen wir diesen auch mit den Menschen!



Text: Eva Zaugg, www.seinmithund.ch und www.pro-cane-familiari.ch in Kooperation mit www.cumcane.de

Unsere Leitgedanken, unsere Trainingshaltung...